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Neue Studie zur Planung von Netzen für VoIP

Die aktuell vom ITK-Systemhausverband VAF veröffentlichte Voice-over-IP (VoIP) - Studie kommt zu dem Ergebnis, dass verbreitete Methoden zur Ermittlung von Bandbreiten die tatsächlichen Anforderungen unterschätzen. Das Zusammenwirken der jeweiligen Quality-of-Service (QoS) -Mechanismen und Datenlast muss demnach noch kritischer hinterfragt werden und rückt in das Zentrum für eine störungsfrei sowie kostenoptimierende Netzplanung.

Methodik, zentrale Ergebnisse
Die Studie analysiert in einem Referenzsystem mit dem theoretischen Maximum von 30 VoIP-Kanälen unterschiedliche QoS-Methoden (VLAN, MPLS, DiffServ und Overprovisioning). Bereits in einem sehr optimistischen Szenario von nur 5 % Datenlast sinkt das noch für VoIP nutzbare Spektrum auf 24 bis lediglich 7 VoIP-Kanäle. Die je nach QoS und Datenlast entstehenden Verluste werden von gängigen Abschätzungsverfahren nicht erkannt. Die Studie empfiehlt den Verzicht auf die Erlang-Formeln, welche in der klassischen Nachrichtentechnik zur Berechnung von Verkehrswerten noch Verwendung finden. Ebenso führt  das Addieren von VoIP-Kanalbandbreiten in Bit/s nicht zu optimierten Annäherungen, da Paket-Wartezeiten einberechnet werden müssen. Die Vermischung von großen Daten- und kleineren Sprachdatenpaketen erzeugt zusätzliche Verluste. Diese für die Performance maßgeblichen Effekte können nur durch geeignete Modellierung in Wartezeitsystemen quantitativ ermittelt werden.

Neu gesetzliche Bestimmungen für den Einsatz von Warteschleifen

Am 10. Mai 2012 ist das geänderte Telekommunikationsgesetzt (TKG) mit seinen Regelungen für Warteschleifen (§§ 66 g und 150 VII) in Kraft getreten. Es regelt zusammengefasst folgendes:

Warteschleife im Sinne des TKG (§ 30c) ist jede Zeit, in der das Anliegen eines Anrufers nicht bearbeitet wird (z.B. Wartemusik).

Anmerkung: Erfolgt beispielsweise eine auf das Anruferanliegen bezogene Vorqualifizierung durch einen automatischen Dialog (IVR) oder erfolgen Ansagen, welche das Anruferanliegen bearbeiten (z. B. Wetteransage bei einem Wetterdienst) so sind dies im Sinne des TKG keine Warteschleifen.

Phase I
Ab dem 01.09.2012 ist der Einsatz von Warteschleifen nur noch zulässig, wenn

  1. ein Anruf zu einer entgeltfreien Rufnummer erfolgt oder
  2. ein Anruf zu einer ortsgebundenen Rufnummer erfolgt oder      
  3. ein Anruf zu einer Rufnummer für mobile Dienste (015x, 016x oder 017x) erfolgt oder
  4. für den Anruf ein Festpreis je Verbindung gilt oder
  5. der Angerufene für die Dauer der Warteschleife die Kosten des Anrufs trägt, soweit es sich nicht um Kosten handelt, die bei Anrufen aus dem Ausland für die Herstellung der Verbindung    im Ausland entstehen  oder
  6. mindestens die ersten 120 Sekunden (Eingangswarteschleife) der Verbindung für den Anrufer kostenfrei sind. Die Tarifierung nachgelagerter Warteschleifen ist in der Phase I noch zu lässig.

Phase II
Ab dem 01.06.2013 entfällt die Regelung aus vorstehend Ziffer 6. Hinzu kommt als Informationspflicht:

Sofern der Anruf nicht zu einer entgeltfreien Rufnummer, einer ortsgebundenen Rufnummer oder einer Rufnummer für mobile Dienste (015x, 016x oder 017x) erfolgt (oben Ziffer 1 bis 3), muss der Angerufene mit Beginn einer Warteschleife den Anrufer informieren:

  • über die voraussichtliche Dauer der Warteschleife und
  • ob für den Anrufer ein Festpreis gilt oder ob der Angerufene die Kosten des Anrufs für die Dauer der Warteschleife trägt.

Gesetzliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung
Bei Verstößen gegen diese Regelungen entfällt die Entgeltzahlungspflicht für den Anrufer insgesamt. Außerdem stellt ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Geldbußen bis zu 100.000,00 ? geahndet werden können (§ 146 Nr. 13 i.j. TKG).

Quelle: VAF 2012

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